Für Stauffenbergs Enkel sind die Stiefel des Großvaters eine Nummer zu groß

04.08.2018
Für Stauffenbergs Enkel sind die Stiefel des Großvaters eine Nummer zu groß

(Dr. Jens Wilharm, AfD)

Claus Schenk Graf von Stauffenberg war ein deutscher Held, der sein Land von dem größten Verbrecher aller Zeiten befreien und den zweiten Weltkrieg beenden wollte. Graf Stauffenberg war auch ein glühender Patriot nationalkonservativer Prägung. 1943 schloss er sich der nationalkonservativen Widerstandsbewegung um Carl Friedrich Goerdeler, Ludwig Beck und der militärischen Opposition um Henning von Tresckow und Friedrich Olbricht an. Am 20. Juli 1944 wurde von Stauffenberg nach dem missglückten Attentatsversuch auf Adolf Hitler hingerichtet.
Er starb, weil er wollte, dass Deutschland eine Zukunft hat. Er starb für Werte, die man unter den linksgrünen Meinungsbildnern von heute vergeblich sucht.

Der niedersächsische Landesvorsitzende der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative, Lars Steinke, bezeichnete Stauffenberg in dieser Woche in einem Facebook-Beitrag als „Verräter“ und „Feigling“. Das wurde nicht nur umgehend von allen maßgeblichen Vorständen, vom Landesvorstand der AfD Niedersachsen, über den AfD-Bundesvorstand bis hin zum Bundesvorstand der Jungen Alternative, und von vielen Spitzenpolitikern der AfD scharf verurteilt. Die Alternative Mitte ging von Anfang an davon aus, dass hier die härtesten Maßnahmen erfolgen würden, die parteirechtlich überhaupt möglich sind. Genau das ist jetzt passiert. Die Weichen für einen Parteiausschluss Steinkes sind gestellt.

Anstatt diese sofortigen Reaktion aus der AfD selbst, die vielen ein aufrichtiges Bedürfnis waren, als das anzuerkennen, was sie tatsächlich sind, nämlich ein Beleg dafür, dass die AfD in diesem Fall ganz selbstverständlich genau so reagiert, wie man es für jede andere demokratische Partei ebenfalls als selbstverständlich erwarten sollte, wird der unzweifelhaft unerträgliche Fehltritt des Lars Steinke von geneigter Seite als Propaganda gegen die AfD insgesamt genutzt.
Das ist nicht nur nicht fair, sondern das ist schäbig und es der Sache, in der es um die Verletzung des ehrenden Gedenken an einen Helden geht, nicht angemessen. Es ist etwa so, als würde jemand mit einer Blaskapelle in eine Trauerfeier platzen.

In dieser Gemengelage hat nun eine große deutsche Boulevardzeitung einen Enkel des verunglimpften Helden, nämlich Karl Schenk Graf von Stauffenberg, zur Sache interviewt. Der Enkel ist FDP-Politiker und Kandidat für die bald stattfindende Landtagswahl in Bayern. In dem Interview urteilt Karl Schenk Graf von Stauffenberg, die AfD sei keine demokratische Partei. Das Ausschlussverfahren gegen Steinke sei pure Strategie. Es sei seit Jahren eine Masche der AfD, maximal zu provozieren und dann zurückzurudern bzw. solche Aussagen der Form halber zu verurteilen. Grenzgänge hätten bei der AfD System.

Dass diese perfide Form des Wahlkampfs auf dem Rücken seines Großvaters, seiner Familie und damit auch auf seinem stattfinde, fände er ganz besonders abscheulich und widerlich. Die AfD solle endlich aufhören, ihre wahre politische Gesinnung, ihren Fremdenhass und Rassismus, unter dem Deckmantel konservativer Kräfte zu verstecken.

Die Alternative Mitte hat größtes Verständnis dafür, dass die Aussagen Lars Steinkes für jemanden, der der Familie von Stauffenberg angehört, verletzend sein müssen. Wir entschuldigen uns aufrichtig dafür, dass sich jemand aus unserer Partei derart verletzend geäußert hat.
Wenn aber jemand, der selbst politischer Mitbewerber in einer kommenden Landtagswahl ist, dies zu Wahlkampfzwecken ausnutzt, muss man sich schon fragen, wer hier seinen Wahlkampf mit perfiden Methoden führt.

Was Karl Schenk Graf von Stauffenberg über die AfD äußert, ist symptomatisch für die linke Gesinnung der heutigen Zeit. Mit dem nationalkonservativen Weltbild seines Großvaters hat das nicht viel zu tun. Claus Schenk Graf von Stauffenberg würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn er hören und sehen würde, wie weit sich sein Enkel von den Werten entfernt hat, für die er gestorben ist.

https://www.bild.de/politik/inland/alternative-fuer-deutschland/stauffenberg-interview-56536212.bild.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.